http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger205gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger26gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Hirschkfergk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Wintervgel02agk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/gk-is-89link
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger204gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger25gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger29gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger72gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Marienkfergk-is-89.JPGlink
«
»
Loading…

Heuschrecken

 

Die Heuschrecken Oberkärntens

 

Auf dieser Seite werde ich in loser Folge einige Heuschrecken Oberkärntens vorstellen.

 

Teil 1 vom 11.05.2013: Beginnen möchte ich mit einer Heuschreckenart, die wegen ihrer verborgenen Lebensweise nicht allzu oft in freier Natur bemerkt wird – der Höhlenschrecke.

 

Teil 2 vom 25.06.2013: Auch die nächsten beiden Heuschreckenarten sind nicht besonders auffällig. Es handelt sich um die Eichenschrecken - genauer gesagt um die Gemeine Eichenschrecke und um die Südliche Eichenschrecke. Während die Gemeine Eichenschrecke in ganz Mitteleuropa und darüber hinaus verbreitet ist, wurde die Südliche Eichenschrecke bei uns aus Südeuropa eingeschleppt.

 

Teil 3 vom 30.10.2013: Diesmal stelle ich die „Gestreifte Zartschrecke“ sowie die manchmal recht farbenfrohe „Laubholz-Säbelschrecke“  kurz vor.

 

Teil 4 vom 26.01.2014: Der vierte Teil behandelt eine recht bekannte Art - die üblicherweise grünlich gefärbte "Zwitscherschrecke". Ziemlich selten finden sich unter den Tieren aber auch "Bräunlinge".

 

 

Teil 5 vom 15.02.2014: Im fünften Teil geht es um eine seltene und „schwierige“ Heuschreckengattung. Gemeint sind die Plumpschrecken. Das Wissen um ihre Taxonomie (Einteilung/Zuordnung) und Verbreitung war bis in die jüngere Vergangenheit leider unzureichend. So wird in den 1999 erschienenen „Roten Listen gefährdeter Tiere Kärntens“ diesbezüglich dringender Forschungsbedarf eingemahnt und in den „Roten Listen gefährdeter Tiere Österreichs“ (2005) die Datenlage immer noch als ungenügend bezeichnet!

 

 

Teil 6 vom 09.03.2014: Diesmal geht es „bissig“ zu. Ich stelle drei

Beißschrecken vor. Es handelt sich dabei um die „Graue Beißschrecke“,

die „Kurzflügelige Beißschrecke“ und um „Roesels Beißschrecke“. Alle drei Arten zählen zur Familie der Laubheuschrecken.

 

 

Teil 7 vom 16.03.2013: Zwei Strauchschrecken-Arten werden in Teil 7 vorgestellt – die Gewöhnliche Strauchschrecke und die Alpen-Strauchschrecke.

 

 

 

 

Teil 8 vom 23.03.2014: Im achten Teil ist der Warzenbeißer an der Reihe. Diese Laubheuschreckenart erreicht mit rund 4 cm Körperlänge eine stattliche Größe und hat auch einen recht ausgefallenen Namen.

 

 

 

 

Teil 1 vom 11.05.2013:

 

 Im „Stadt FÄCHER Spittal – Monatsblatt für Kultur, Tourismus und Kommunikation“ vom März/April 1996 habe ich unter dem Titel „Begegnungen mit der Tierwelt Oberkärntens“ neben dem „Deutschen Skorpion“ und dem „Steirischen Fanghaft“ auch die „Höhlenschrecke“ kurz präsentiert (siehe Abb. 1).

 

Abb. 1: Das typische Erscheinungsbild einer heimischen Höhlenschrecke. Foto: W. Egger, 09.05.2013

 

Hier nun nochmals die damalige Beschreibung der Höhlenschrecke:

 

 „Höhlenschrecke

Die Höhlenschrecken (Troglophilus sp.) zählen gemeinsam mit weiteren 160 mitteleuropäischen Heuschreckenarten zu den Insekten. In Kärnten kommen zwei Höhlenschreckenarten vor, die jedoch schwer zu unterscheiden sind. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von rund 2 cm, sind langbeinig, völlig flügellos und haben sehr lange Fühler. Sie sind bräunlich bis leicht gelblichgrün gefärbt und zusätzlich dunkel gefleckt. Übrigens: In Glashäusern von Gartenbaubetrieben kann fallweise eine ähnliche Art, die vermutlich aus China stammende „Gewächshausschrecke“ auftreten. Unsere heimischen Höhlenschrecken leben das ganze Jahr hindurch bevorzugt in Höhlen, Stollen und alten Kellern. Im Herbst können sie vereinzelt auch in Wohnräume einwandern. Ihre Nahrung setzt sich hauptsächlich aus kleinen, tierischen Mitbewohnern zusammen. In der Umgebung Spittals konnte ich sie bisher an folgenden Örtlichkeiten feststellen: Pfaffenberg bei Obervellach (Kirche), Möllbrücke (alter Keller), Stöcklern bei Pusarnitz (Stollen), Hühnersberg (unter Rinde und in Wohnhaus), Spittal/Drau (Stollen), Feistritz bei Malta (Felsnische). Innerhalb Österreichs sind Höhlenschrecken noch aus Osttirol, Niederösterreich und der Steiermark bekannt.“

 

Seit der Veröffentlichung des obigen Artikels hat sich bei der Erforschung der Heuschrecken viel getan. Die Anzahl der in Mitteleuropa vorkommenden Arten wird mit 250 angegeben. Allein in Österreich sind inzwischen schon knapp 130 Arten belegt! Die Höhlenschrecke konnte nunmehr auch in Salzburg (und Wien?) nachgewiesen werden. Am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) sind mir derzeit fünf Fundorte der Höhlenschrecke (2 x unter Baumrinde, in Wohngebäude, unter Holzscheit, in Sammelschacht einer Hangentwässerung) bekannt (siehe Abb. 2 bis 5).

 

 

 Abb. 2: Sammelschacht zur Hangentwässerung mit 8 Höhlenschrecken. Foto: W. Egger, 07.07.2012

 

Abb. 3: Eine der Höhlenschrecken aus dem Sammelschacht. Foto: W. Egger, 17.07.2012

 

 

Abb. 4 und 5: Unter einem Holzscheit entdeckte ich am 09.05.2013 eine weitere Höhlenschrecke. Fotos: W. Egger

 

Bei den von mir im Bezirk Spittal/Drau beobachteten Tieren dürfte es sich höchstwahrscheinlich durchwegs um die Art „Troglophilus cavicola“ handeln. Die zweite vorkommende Art (Troglophilus neglectus) ist bisher nur an wenigen Standorten in Kärnten und der Steiermark gefunden worden.

 

Hinweis: Sehr gute Informationen zur Entdeckung, Namensgebung, zum Aussehen, zur Verbreitung und Lebensweise der heimischen Höhlenschrecken finden Sie in dem Artikel „Höhlenschrecken – Zum Jubiläum einer Wortschöpfung“ von Prof. Mag. Dr. Erhard CHRISTIAN aus dem Jahre 2008:

http://files.homepagemodules.de/b523332/f3t170p963n1.pdf

 

Umfangreiche Hinweise zu den Heu- und Fangschrecken in Österreich (Artenliste, geplanter Verbreitungsatlas usw.) bietet Ihnen die „Arbeitsgemeinschaft Heuschrecken Österreichs“ unter folgender Internetadresse:

www.orthoptera.at

 

Nachtrag vom 12.05.2013:

Die genannten Fundorte am Hühnersberg liegen auf einer Seehöhe von 880 bis 1050 m. Im erwähnten "Sammelschacht einer Hangentwässerung" gelang mir am 20.08.2004 folgende interessante Beobachtung: Beim Öffnen der Abdeckung sprang eine Höhlenschrecke nach unten und landete im seichten Wasser. Als ich sie mittels eines Holzstabes zu bergen versuchte, tauchte sie vollständig unter. Die Schrecke kroch unter Wasser rund 50 cm entlang einer Betonrille zur anderen Seite des Schachtes und entstieg dort erst nach gut einer Minute wieder dem nassen Element.

Der Fundort "Feistritz bei Malta - Felsnische" befindet sich auf ca. 1.200 m Seehöhe. Im Gemeindegebiet Malta in Kärnten kommt ein zusätzlicher Fundort hinzu: Mehrmals habe ich dort am Fuße einer "unterkühlten Schutthalde" (eines sog. "Eisloches") Höhlenschrecken gesehen.

 

 

Teil 2 vom 25.06.2013:

 

Gemeine Eichenschrecke (Meconema thalassinum)

 

Es handelt sich dabei um eine kleine zierliche Heuschrecke mit grünlicher Färbung und sehr langen Fühlern. Laubwälder, Streuobstwiesen und Parkanlagen sind ihre bevorzugten Lebensräume. Da sie sich zumeist im Kronenbereich der Bäume aufhält, findet man sie am Boden eigentlich nur nach sommerlichen Gewitterregen bzw. Stürmen. Kurz nach solchen Ereignissen gelangen mir am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) in den vergangenen Jahrzehnten schon mehrmals Funde dieser Heuschreckenart (siehe Abb. 1 - 2).

 

 

Abb. 1 - 2: Gemeine Eichenschrecke vom Fundort Hühnersberg auf 920 m Seehöhe. Fotos: W. Egger, 15.08.2012

 

 

 

Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale)

 

Erste Fundmeldungen

Diese Heuschrecke war ursprünglich in Südeuropa beheimatet. In Österreich wurde sie erstmals im Jahre 1900 bei Wiener Neustadt in einem Eisenbahnwaggon entdeckt. In den Jahren 1953 und 1968 sind Funde in Wien gemeldet worden. Der erste Kärntner Nachweis gelang 1992 im Botanischen Garten in Klagenfurt. Bei Erscheinen der „Roten Liste“ 1999 war das bekannte Vorkommen noch auf das Klagenfurter Becken beschränkt. Inzwischen soll es weitere Fundmeldungen aus Kärnten geben.

 

Verbreitung in Österreich

Die aus Südeuropa eingeschleppte Art hat sich bei uns inzwischen etabliert und breitet sich - obwohl flugunfähig - vor allem durch den Autoverkehr immer weiter aus. Bisher gab es die meisten Fundmeldungen aus Städten bzw. dem unmittelbaren Siedlungsbereich. Innerhalb Österreichs ist sie zerstreut, aber regelmäßig in allen Bundesländern anzutreffen. Im Jahre 2011 wurde sie erstmals auch in Osttirol nachgewiesen.

 

Funde in Spittal an der Drau

Ich habe mehrere Exemplare der Südlichen Eichenschrecke im Juli und August 2012 im Stadtgebiet von Spittal an der Drau entdeckt. Beim Fundort handelt es sich um einen Obstgarten in 550 m Seehöhe. Am 30. und 31.07.2012 fand ich jeweils ein totes Tier in bzw. vor einem Gebäude, das direkt an den genannten Obstgarten angrenzt (siehe Abb. 3 bis 6).

 

 

Abb. 3 – 6: Südliche Eichenschrecke vom Fundort Spittal/Drau. Das Tier wies Verletzungen auf und war zum Zeitpunkt des Fundes schon tot. Fotos: W. Egger, 31.07.2012

 

Insgesamt fünf weitere Exemplare der Südlichen Eichenschrecke sah ich am 02., 13. und 14. August auf Bäumen und Sträuchern im Randbereich dieses Obstgartens. Vor allem die Mitte August beobachteten Tiere weisen mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass es nicht zu einer Verwechslung mit den sehr ähnlich aussehenden Larven der Gemeinen Eichenschrecke kam. Eine nochmalige Kontrolle sollte aber trotzdem durchgeführt werden.

 

Merkmale – Lebensraum - Nahrung

Die Körperlänge der Südlichen Eichenschrecke beträgt 11 bis 13 mm beim Männchen und 12 bis 17 mm beim Weibchen. Die wärmeliebenden Tiere sind grünlich gefärbt und haben am Rücken eine gelbliche bis bräunliche Zeichnung. Da sie nur stummelförmige Flügel besitzen, sind sie flugunfähig. Sie besiedeln verschiedene Baum- und Straucharten in Gärten und Parks (siehe Abb. 7). Ihre Nahrung besteht aus Blattläusen sowie anderen kleinen Insekten.

 

 

Abb. 7: Der Fundort der Südlichen Eichenschrecke – ein Obstgarten in Spittal/Drau. Foto: W. Egger

 

Weitere Informationen zu den beiden Eichenschrecken-Arten finden Sie im Internet z.B. auf folgenden Seiten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Eichenschrecke

http://tierdoku.com/index.php?title=Gemeine_Eichenschrecke

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdliche_Eichenschrecke

http://tierdoku.com/index.php?title=S%C3%BCdliche_Eichenschrecke

 

 

 

Teil 3 vom 27.10.2013:

 

Gestreifte Zartschrecke (Leptophyes albovittata)

 

Die Gestreifte Zartschrecke ist eine besonders in Osteuropa vorkommende Laubheuschreckenart, deren westliche Verbreitung bis ungefähr zum Gardasee reicht. Die nur 9 – 14 mm (Männchen) und 12 – 16 mm (Weibchen) großen Langfühlerschrecken sind recht wärmeliebend und kommen an sonnigen Waldrändern sowie (gebüschreichen) Trockenrasen vor (siehe Abb. 1).

 

 

Abb. 1: Ein Männchen der Gestreiften Zartschrecke. Die Fühler können fast die vierfache Körperlänge erreichen. Foto: W. Egger

 

Ich habe sie hier am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) schon gelegentlich angetroffen. Die jüngste Beobachtung auf 930 m Seehöhe stammt vom 07.09.2013 (siehe Abb. 2).

 

 

Abb. 2: Die Gestreifte Zartschrecke ernährt sich gerne von zarten weichblättrigen Pflanzen. Foto: W. Egger

 

Ausführlichere Informationen über die Gestreifte Zartschrecke (Aussehen, Vorkommen, Lebensweise, …) finden Sie im Internet – z.B. auf der Seite: http://de.wikipedia.org/wiki/Gestreifte_Zartschrecke

 

 

Laubholz-Säbelschrecke (Barbitistes serricauda)

 

Auch die Laubholz-Säbelschrecke zählt zur Familie der Laubheuschrecken und hat ihr Verbreitungsgebiet vor allem in Mittel- und Osteuropa. Es gibt aber auch Angaben, wonach sie in Südeuropa ebenfalls einen Verbreitungsschwerpunkt haben soll. Offenbar ist durch die Verwechslungsgefahr mit außerordentlich ähnlichen Arten die genaue Verbreitung noch nicht restlos geklärt? Die Männchen erreichen eine Körperlänge von 15 – 20 mm und die Weibchen von 17 – 24 mm. So manches Exemplar ist recht hübsch gefärbt/gezeichnet und bietet dann einen farbenfrohen Anblick. Sonnige Waldränder und Lichtungen sind ihre bevorzugten Lebensräume.

Hier am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) habe ich die Laubholz-Säbelschrecke schon mehrfach beobachten können. Die letzten Sichtungen (zwischen 920 und 930 m Seehöhe) gelangen mir im September 2012 (siehe Abb. 3 – 4).

 

 

Abb. 3 – 4: Weibchen und Männchen der Laubholz-Säbelschrecke vom Fundort Hühnersberg. Fotos: W. Egger, 17.09.2012

 

In benachbarten Gebieten kommen noch zwei recht ähnlich aussehende Säbelschreckenarten – die Nadelholz-Säbelschrecke (Barbitistes constrictus) und die Südalpen-Säbelschrecke (Barbitistes obtusus) vor. Ein Nachweis dieser beiden Arten in Kärnten scheint nicht völlig ausgeschlossen. Als Unterscheidungsmerkmal kommen vor allem die Cerci (Hinterleibsanhänge) der Männchen in Frage. Das nachfolgend gezeigte Männchen würde am ersten Blick zwar durchaus mit einer Nadelholz- od. Südalpen-Säbelschrecke verwechselt werden können. Anhand der Hinterleibsanhänge müsste es sich aber doch eindeutig um die Laubholz-Säbelschrecke handeln (siehe Abb. 5 – 13).

 

 

Abb. 5 – 13: Ein am Hühnersberg am 15.09.2012 fotografiertes Männchen der Laubholz-Säbelschrecke in verschiedenen Ansichten. Detailaufnahmen zeigen jene Merkmale (vor allem die Hinterleibsanhänge), die zur Artunterscheidung dienen. Fotos: W. Egger

 

Weitere Informationen zu den drei genannten Säbelschrecken-Arten finden Sie im Internet  u.a. auf folgenden Seiten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Laubholz-S%C3%A4belschrecke

http://www.insektenbox.de/heusch/laubsa.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Nadelholz-S%C3%A4belschrecke

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdalpen-S%C3%A4belschrecke

 

 

 

 Teil 4 vom 26.01.2014:

 

 Zwitscherschrecke od. Zwitscherheupferd (Tettigonia cantans)

 

Die zumeist grünlich gefärbten Tiere erreichen eine Körperlänge von gut 3 cm (siehe Abb. 1 - 2). Sie ernähren sich sowohl von pflanzlicher, als auch von tierischer Kost. Gelegentlich kann sich ein Exemplar auch einmal in einen menschlichen Wohnraum verirren und so für ein wenig Aufregung sorgen. Die Zwitscherschrecke hat ein großes Verbreitungsgebiet, das von Süd- und Mitteleuropa bis nach Sibirien reicht. Der Name kommt wohl vom laut schwirrenden Gesang dieser Laubheuschreckenart.

 

 Abb. 1 - 2: Zwitscherschrecken in typischer Grünfärbung; links ein Weibchen und rechts ein Männchen. Fotos: W. Egger

 

Hier am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten), aber auch an vielen anderen Örtlichkeiten im Bezirk Spittal an der Drau habe ich die Zwitscherschrecke schon beobachten können.

Braun gefärbte Exemplare sind ziemlich selten darunter. Am 23.07.2012 hatte ich das Glück, am Hühnersberg einen solchen „Bräunling“ fotografieren zu können (siehe Abb. 3).

 

Abb. 3: Das Männchen einer Zwitscherschrecke mit einer untypischen/seltenen Braunfärbung. Foto: W. Egger

 

Weitere Informationen zur Zwitscherschrecke finden Sie im Internet u.a. auf folgenden Seiten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zwitscherschrecke

http://tierdoku.com/index.php?title=Zwitscherschrecke

 

 

 

Teil 5 vom 15.02.2014:

 

Plumpschrecke (Isophya sp.)

 

Bei den von mir am 11.09.2012 gefundenen Plumpschrecken handelt es sich um ca. 25 mm große Tiere (2 Männchen, 1 Weibchen) mit grüner Färbung (siehe Abb. 1 – 4).

 

 

Abb. 1 – 2: Das Weibchen der Plumpschrecke. Fotos: W. Egger

 

 

Abb. 3 – 4: Ein Männchen der Plumpschrecke. Fotos: W. Egger

 

Der Fundort befindet sich auf der Nordseite des „Kolm“ auf 1.420 m Seehöhe im Gemeindegebiet Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten (siehe Abb. 5). Auch schon einige Jahre zuvor habe ich diese Heuschreckenart am dortigen Forstweg auf Vielblättriger Lupine (Lupinus polyphyllus) angetroffen (siehe Abb. 6).

 

 

Abb. 5 - 6: Die offene Fläche dieses Forstweges (Bild links) bietet den Plumpschrecken schon seit Jahren einen geeigneten Lebensraum. Alle drei Exemplare saßen auf Lupine (Bild rechts). Fotos: W. Egger

 

Bereits am 22.08.1992 gelang mir am ca. 1,5 km entfernten Hummelkopf auf ca. 1870 m Seehöhe ebenfalls der Fund einer Plumpschrecke. Dieser damalige Fund (das Belegexemplar befindet sich in der Sammlung von Herrn Mag. Dr. Alois Kofler, Lienz) wurde in der „Roten Liste der Geradflügler Kärntens“ (1999) wie folgt erwähnt: „… Ein bemerkenswerter Fund eines Isophya-Weibchens (leg. W. EGGER, sub I. pyrenaea/brevicauda incoll. KOFLER) liegt vom 22.8.1992 aus den Hohen Tauern (Hummelkopf, Hintereggengraben) vor. Eine definitive Bestimmung dieses Tieres ist noch ausständig. Aufgrund der zahlreichen faunistisch relevanten Neubefunde zur Gattung Isophya aus Österreich (INGRISCH l.c.; BERG et al. 1996; INGRISCH & KÖHLER 1998) bedürfen weitere Nachweise einer besonders sorgfältigen Dokumentation. …“

 

Derzeit sind in Österreich sechs Plumpschreckenarten nachgewiesen. Ich bin schon gespannt, welcher Art die von mir gefundenen Tiere zugeordnet werden können (siehe Abb. 7 – 10). Meist ist für die exakte Artbestimmung ein Belegexemplar notwendig. Vielleicht gelingt die Bestimmung in diesem Fall aber auch mittels der hier gezeigten Fotos? Eine positive Rückmeldung würde mich jedenfalls sehr freuen!

 

 

Abb. 7 – 10: Einige Detailansichten der Plumpschrecken vom Kolm. Fotos: W. Egger

 

PS: Schon demnächst hätten zur Heuschreckengattung Isophya Forschungsergebnisse aus Kärnten veröffentlicht werden sollen. Der dabei federführend tätige Wissenschafter, Herr DI Anton KOSCHUH, ist allerdings im Vorjahr auf äußerst tragische und noch immer nicht ganz geklärte Weise ums Leben gekommen. Es bleibt zu hoffen, dass die Resultate seiner diesbezüglichen Forschungen trotz allem bald publiziert werden.

 

 

Nachtrag vom 22.02.2014:

 

Durch die ausgesprochen kompetente und freundliche Hilfe der „Arbeitsgemeinschaft Heuschrecken Österreichs“ (www.orthoptera.at) ist die Bestimmung sehr rasch gelungen. Demnach handelt es sich bei den Tieren nahezu zweifelsfrei um die

 

Kurzschwänzige Plumpschrecke (Isophya brevicauda).

 

Innerhalb Österreichs gibt es von dieser Heuschreckenart derzeit Nachweise aus Kärnten, Salzburg und der Steiermark. In Oberkärnten kommt wahrscheinlich überhaupt nur Isophya brevicauda vor. Bisher konnte hier jedenfalls keine weitere Art gefunden werden.

 

Für die Artbestimmung und Verbreitungshinweise bedanke ich mich auf diesem Wege ganz besonders bei Herrn Dipl.-Ing. Thomas ZUNA-KRATKY. Aber auch Frau Dr. Christine BERG und Herrn „Günther“ vom Orthoptera-Forum gilt mein herzlicher Dank!

 

 

Teil 6 vom 09.03.2014:

 

Graue Beißschrecke (Platycleis albopunctata grisea)

Die Graue Beißschrecke wird bis zu 24 mm lang und ist braun-grau gefärbt (siehe Abb. 1 - 2). Diese wärmeliebende Art bewohnt gerne südexponierte Hänge mit lückigem Bewuchs und weist eine süd- und osteuropäische Verbreitung auf. Hier am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) habe ich sie an verschiedenen Stellen schon mehrfach angetroffen. Laut der „Roten Listen gefährdeter Tiere Kärntens“ (1999) ist eine Gefährdung dieser Art anzunehmen.

 

Abb. 1 - 2: Männchen der Grauen Beißschrecke, Hühnersberg, 03.09.2011. Fotos: W. Egger

 

Kurzflügelige Beißschrecke (Metrioptera brachyptera)

Die Kurzflügelige Beißschrecke erreicht eine Körperlänge von 14 bis 21 mm und hat eine dunkelbraune Grundfärbung. Die Oberseite von Kopf und Halsschild sowie die Flügelränder sind hingegen meist grün gefärbt (siehe Abb. 3 - 4). Sie ist eine eurosibirisch verbreitete Art und besiedelt gerne (feuchte) Standorte bis über 2000 m Seehöhe. Ich habe sie am 21.09.2011 auf einer Bergwiese/-weide oberhalb der Ortschaft Zelsach (Gemeinde Trebesing, Kärnten) in 1440 m Seehöhe fotografieren können.

 

Abb. 3 – 4: Weibchen der Kurzflügeligen Beißschrecke, Zelsach, 21.09.2011. Fotos: W. Egger

 

Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeselii)

Roesels Beißschrecke wird 15 bis 20 mm lang und ist grün bis braun gefärbt (siehe Abb. 5 - 6). Auch diese Art hat eine eurosibirische Verbreitung und kommt in recht unterschiedlichen Lebensräumen bis 1500 m (z.T. bis über 2000 m Seehöhe) relativ häufig vor. Ich habe sie hier am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) schon oft gesehen.

 

Abb. 5 – 6: Weibchen von Roesels Beißschrecke, Hühnersberg, 11.09.2011. Fotos: W. Egger

 

 

PS: Ich habe bisher noch keine Erklärung dafür gefunden, warum gerade diese Heuschrecken als „Beißschrecken“ bezeichnet werden. Mir ist keine besondere „Bissigkeit“ aufgefallen!? Falls Sie die Antwort kennen, würde ich mich über Ihre Mitteilung freuen.

 

 

 

Teil 7 vom 16.03.2014:

 

Gewöhnliche Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera)

Die Gewöhnliche Strauchschrecke erreicht eine Körperlänge von 15 bis 20 mm und weist eine grau- bis rotbraune (dunkelbraune) Färbung auf. Die Körperunterseite ist gelb (siehe Abb. 1 bis 3). Sie hat eine europäische Verbreitung und besiedelt gerne Waldlichtungen und Waldränder sowie hochgrasige Wiesen. Die Nahrung besteht aus Insekten und verschiedenen Pflanzen. Hier am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) habe ich sie schon mehrfach angetroffen.

 

Abb. 1: Männchen der Gewöhnlichen Strauchschrecke, Hühnersberg, 03.09.2011. Foto: W. Egger

 

Abb. 2: Weibchen der Gewöhnlichen Strauchschrecke, Hühnersberg, 03.09.2011. Foto: W. Egger

 

 

Abb. 3: Die gelbe Bauchseite der Gewöhnlichen Strauchschrecke ist hier gut zu sehen. Foto: W. Egger

 

 

Alpen-Strauchschrecke (Pholidoptera aptera)

Die Alpen-Strauchschrecke wird 20 bis 25 mm groß und ist zumeist braunschwarz (Männchen) bis eher graubraun (Weibchen) gefärbt. Der Bauch ist gelb und die kurzen Flügel des Männchens sind bräunlich (siehe Abb. 4 – 5). Die Verbreitung reicht von Zentral- bis Osteuropa. Flächen mit mittelhohem Bewuchs (z.B. Kahlschläge mit Adlerfarn oder mit Büschen durchsetzte Halden) bis etwa 2000 m Seehöhe sind ihre bevorzugten Lebensräume. Das hier gezeigte Tier habe ich am 21.09.2011 auf einer Bergwiese/-weide oberhalb der Ortschaft Zelsach (Gemeinde Trebesing, Kärnten) in 1440 m Seehöhe fotografiert. Weitere Beobachtungen im Bezirk Spittal an der Drau sind mir u.a. aus den Gemeinden Lendorf, Malta und Mallnitz in Erinnerung.

 

Abb. 4 - 5: Männchen der Alpen-Strauchschrecke, Zelsach, 21.09.2011 (Wie auf den Abbildungen ersichtlich ist, fehlen dem Tier die beiden Hinterbeine). Fotos: W. Egger

 

Weitere Informationen zu den beiden Strauchschrecken-Arten finden Sie im Internet u.a. auf folgenden Seiten:

 http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Strauchschrecke

 http://de.wikipedia.org/wiki/Alpen-Strauchschrecke

 

 

 

Teil 8 vom 23.03.2014:

 

Warzenbeißer (Decticus verrucivorus)

Warzenbeißer sind wegen ihrer beachtlichen Größe (Weibchen können über 40 mm Körperlänge erreichen) und der gedrungenen/„bulligen“ Gestalt relativ gut im Gelände erkennbar. Die Grundfärbung ist meist grünlich – oft mit kleinen dunklen Fleckchen (siehe Abb. 1 – 3). Die Verbreitung reicht von Europa bis Asien (= „eurosibirisch“). Während der Warzenbeißer durch die intensive Landwirtschaft in tieferen Lagen schon überaus selten geworden ist, kommt er im Bergland durchaus noch häufig vor. Hier am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) habe ich den Warzenbeißer auf Bergwiesen/-weiden in 1.130 bzw. 1.220 m Seehöhe schon mehrmals angetroffen. Auch in den Gemeinden Malta in Kärnten und Mallnitz konnte ich diese Heuschreckenart schon beobachten.

 

 

Abb. 1 – 2: Warzenbeißer auf Bergwiese/-weide am Hühnersberg. Das linke Foto (04.08.2012) zeigt ein Männchen und das rechte Foto (12.10.2011) ein Weibchen. Fotos: W. Egger

 

 

Abb. 3: Ein noch nicht ausgewachsenes Weibchen des Warzenbeißers (wahrscheinlich letztes Larvenstadium). Foto: W. Egger

 

Früher fanden Warzenbeißer in der Volksmedizin Verwendung. Mit Hilfe ihrer kräftigen Mundwerkzeuge und den beim Beißen austretenden Darmsäften wurden unerwünschte Warzen angeblich recht erfolgreich bekämpft!? Von daher stammt jedenfalls der ungewöhnliche Name.

 

Weitere Informationen zum Warzenbeißer finden Sie im Internet z.B. auf folgender Seite:

http://de.wikipedia.org/wiki/Warzenbei%C3%9Fer

 

 

Verfasser: Walter EGGER, Hühnersberg 12/2, 9811 Lendorf; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!