http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger205gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger26gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Hirschkfergk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Wintervgel02agk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/gk-is-89link
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger204gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger25gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger29gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Egger72gk-is-89.JPGlink
http://naturundwissen.at/modules/mod_image_show_gk4/cache/Marienkfergk-is-89.JPGlink
«
»
Loading…

Baumschläfer

 

Baumschläfer (Dryomys nitedula)

 

drei weitere Nachweise dieser

 

seltenen Säugetierart aus Kärnten

 

 

 

 

Baumschläfer zählen gemeinsam mit Siebenschläfern und Haselmäusen zur Familie der Bilche bzw. Schläfer (Gliridae). Während Haselmäuse und vor allem Siebenschläfer (siehe Abb. 1) bei uns weit verbreitet sind, ist der Baumschläfer in Kärnten eine seltene Erscheinung.

In ganz Österreich kommt übrigens die 1902 von NEHRING aus Lienz beschriebene Unterart Dryomys nitedula intermedius - der Tiroler Baumschläfer vor. Er ist grau statt rotbraun gefärbt und etwas kleiner als die Nominatform. Kennzeichnend ist außerdem seine schwarze Gesichtsmaske, die von den Augen bis zum Vorderrand der Ohren reicht (siehe Abb. 2 und 3).

 

Wie aus dem 1995 in der Carinthia II erschienenen Artikel „Die Säugetiere Kärntens – Teil 1“ (185./105. Jahrgang, Seite 247 – 352) hervorgeht, waren bis zu diesem Zeitpunkt nur 12 Funde in folgenden Regionen bekannt: Karnische und Gailtaler Alpen, Kreuzeck-, Sonnblick- und Hafnergruppe, Packalpe, Unteres Drautal. Seither gibt es meines Wissens keine weiteren veröffentlichten Fundmeldungen.

 

 

Abb. 1: Siebenschläfer sind fast doppelt so groß wie Baumschläfer. Hier ein Jungtier. Foto: W. Egger

 

 

Abb. 2 und 3: Die typische Gesichtszeichnung eines Baumschläfers (links) im Vergleich zum Siebenschläfer (rechts).

Linkes Foto: © Horst Zwischenberger. Rechtes Foto: W. Egger

 

Der Tiroler Baumschläfer ernährt sich sowohl tierisch (z.B. Insekten) als auch pflanzlich (Beeren, Samen) und wird bis zu 6 Jahre alt. Er ist fast nur nachtaktiv und bevorzugt eher feuchte, unterwuchsreiche Waldflächen in Seehöhen zwischen 600 und 1000 Meter. Aber auch in größeren Höhen (Emberger Alm, 1775 m und Sadnig in Winklern, 2000 m) wurde er schon angetroffen. Dort kann es dann vorkommen, dass er auch Almhütten aufsucht.

In der „Roten Liste der Säugetiere Kärntens“ aus dem Jahre 1999 wurde er als „gefährdet“ eingestuft. Laut Kärntner Tierartenschutzverordnung zählt der Baumschläfer zu den „vollkommen geschützten heimischen Tieren“. Seine natürlichen Feinde sind u.a. der Uhu und der Waldkauz.

Übrigens: Ob auch der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) in unserem Bundesland vorkommt, ist nach wie vor ungeklärt. Jedenfalls soll es bis dato noch keinen gesicherten Beleg für seine Anwesenheit geben. In Osttirol ist er allerdings schon seit zumindest 1978 nachgewiesen.

 

Nun zu den drei erwähnten weiteren Funden des Tiroler Baumschläfers in Kärnten:

Im Sommer 2007 erhielt ich von Herrn Josef Anton HODEL, Lieserbrücke, Gemeinde Seeboden am Millstätter See, die Fotos und Daten zum Fund eines Bilchs auf der Gerlitzen. Die Fotos zeigten eindeutig einen Tiroler Baumschläfer (siehe Abb. 4 bis 6). Hier die damals von mir an das Landesmuseum Kärnten übermittelte Fundmeldung:

 

Finder und Fotograf: Josef Anton HODEL, 9851 Lieserbrücke

Funddatum: 18.08.2007, 06.30 Uhr

Fundort: Gerlitzen/Stifterboden; Gemeinde Arriach (Klösterle); ehemaliger „Gasthof am Stifterboden“; 1665 m Seehöhe.

Fundumstände: Laufgeräusche im Zwischenboden gehört (nachts); Äpfel und Pfirsiche waren angefressen; auffallend viel Kot auf den „benutzten Routen“ (Fensterbank, Tisch, Küchenarbeitsfläche) bemerkt.

„Nach dem von Geduld geprägten Fang mittels Einkaufskorb, fütterten wir den Bilch mit Pfirsich und Pistazien, welche das Tier mit den Vorderbeinen festhielt und auch verzehrte. Auch dem Speck war es nicht abgeneigt.“

Noch am selben Tag wurde der Baumschläfer ca. 2 km oberhalb der Fundstelle wieder freigelassen.

Körpergröße: Kopf-Rumpf-Länge ca. 9 cm; Schwanzlänge ca. 7 cm

 

 


Abb. 4 und 5: Der flinke Baumschläfer war gar nicht so leicht zu fotografieren. Die graue Fellfarbe am Rücken sowie der buschige Schwanz sind aber recht gut zu erkennen. Fotos: © Josef Anton Hodel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Abb. 6: Ein Blick in den Einkaufskorb. Die schwarze Gesichtsmaske des Baumschläfers reicht von der Oberlippe um die Augen bis unter die kleinen runden Ohren.

Foto: © Josef Anton Hodel

 

 

Am 13.07.2019 übermittelte mir Herr Horst ZWISCHENBERGER, Lieserhofen, Gemeinde Seeboden am Millstätter See, die Fotos eines am Vortag tot aufgefundenen Bilchs. Es stellte sich schnell heraus, dass es wohl nur ein noch recht junger Tiroler Baumschläfer sein konnte (siehe Abb. 7 und 8). Die Fundstelle befand sich auf einer kleinen Waldlichtung nordwestlich von Lieserhofen auf 1023 Meter Seehöhe. Schon zwei Jahre zuvor (am 21.08.2017) hat Herr ZWISCHENBERGER nur rund 150 Meter unterhalb dieser Stelle bei einem hohlen Wurzelstock einen verendeten erwachsenen Bilch fotografiert. Auch bei diesem Tier handelte es sich um einen Tiroler Baumschläfer (siehe Abb. 9 und 10).

 

 

Abb. 7 und 8: Auch junge Baumschläfer weisen schon die dunkle Gesichtszeichnung auf. Allerdings besitzen sie noch keinen buschigen Schwanz. Fotos: © Horst Zwischenberger

 

 

Abb. 9 und 10: Tiroler Baumschläfer können bis zu 6 Jahre alt werden. Meist erreichen sie aber nur ein Alter von 2 bis 3 Jahren. Von Oktober bis April halten sie jeweils Winterschlaf. Fotos: © Horst Zwischenberger

 

Wer sich genauer über Lebensraum, Lebensweise, Nahrung, Gefährdung, … dieser seltenen Säugetierart informieren möchte, findet im Internet ausreichend Antworten – z.B. auf der Seite:  https://kleinsaeuger.at/dryomys-nitedula.html

 

Dank:

Für die Fundmeldungen und die Erlaubnis zur Verwendung der Belegfotos darf ich mich bei Herrn Josef Anton HODEL, Lieserbrücke und bei Herrn Horst ZWISCHENBERGER, Lieserhofen, herzlichst bedanken!

 

 

Verfasser: Walter EGGER, Hühnersberg 12/2, 9811 Lendorf; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!