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Streifenfischchen

 

Streifenfischchen (Ctenolepisma lineata)

 

 in Villach, Kärnten nachgewiesen

 

 

Neben dem fast allgemein bekannten „Silberfischchen“ und dem in besonders warmen Räumen (z.B. Bäckereien) zu findenden „Ofenfischchen“ kommt bei uns noch ein weiteres, jedoch bisher eher selten gefundenes Wohnungsfischchen vor – das  sogenannte „Streifenfischchen“.

 

+ Nachtrag vom 13.09.2014

+ Nachtrag vom 22.06.2015

+ Nachtrag vom 02.05.2016

+ Nachtrag vom 11.05.2021

+ Nachtrag vom 15.05.2021

 

 

Allgemeines:

Die zu den Urinsekten zählenden Fischchen (Zygentoma) sind in Mitteleuropa nur mit wenigen Arten vertreten. Sie kommen bei uns (mit Ausnahme des Ameisenfischchens, das in den Nestern verschiedener Ameisenarten lebt) vorwiegend in Gebäuden vor und werden deshalb gerne auch als „Wohnungsfischchen“ bezeichnet. Am häufigsten und bekanntesten ist sicher das kaum in einer Wohnung fehlende „Silberfischchen“. Menschen, die in besonders warmen Räumen (z.B. Backstuben) zu tun haben, kennen vielleicht noch das „Ofenfischchen“. Seit einiger Zeit kann in Österreich aber auch zunehmend das „Streifenfischchen“ beobachtet werden (siehe Abb. 1 bis 2).

 

 

Abb. 1: Das typische Erscheinungsbild eines Streifenfischchens. Foto: W. Egger

 


Abb. 2: Streifenfischchen treten bei uns vorwiegend im menschlichen Siedlungsbereich auf. Foto: W. Egger

 

Verbreitung/Ausbreitung:

Diese Art hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeergebiet. Vor allem aus Italien, den Kanarischen Inseln und Madeira gibt es viele Fundmeldungen. Nach Österreich wurden die Tierchen vermutlich mittels Pflanzengut, Holz usw. eingeschleppt. Die ältesten Nachweise konnten zwischen 1945 und 1950 in Tirol erbracht werden. Wann der erste Fund in Kärnten gelang, ist mir leider nicht bekannt. Jedenfalls hat Herr Günther INDRA im Stadtgebiet von Klagenfurt schon ein „Streifenfischchen“ fotografiert. Die sehr gute Aufnahme ist auf seiner „Naturfotos-Galerie“ zu sehen:
http://www.indra-g.at/bilder/photogallery1/insekten-fliegen-etc/index.html

Im benachbarten Osttirol gelang Herrn Mag. Dr. Alois KOFLER im Oktober 2007 der Erstnachweis. In einem Hornissennest aus dem Stadtgebiet Lienz fand er etwa 10 Exemplare dieses Urinsekts.

 

Nun zum Fund in Villach:

Am 03.09.2014 gegen 12.00 Uhr sah ich am hölzernen Fensterrahmen (innen) eines Wohnraumes ein mir zu diesem Zeitpunkt unbekanntes „Fischchen“. Trotz Tageslicht verharrte es völlig regungslos auf der Holzoberfläche. Erst als ich es in ein Plastikröhrchen befördern wollte, versuchte es blitzschnell zu fliehen. Ich hatte damit gerechnet und so konnte ich es für eine Bestimmung einfangen (siehe Abb. 3). Der Fund glückte mir im Stadtteil St. Martin im Obergeschoß eines alten leer stehenden Einfamilienhauses auf 565 m Seehöhe.

 

 

Abb. 3: Die wärmeliebenden Streifenfischchen leben (vom Villacher Exemplar einmal abgesehen?) zumeist sehr verborgen. Foto: W. Egger

 

In letzter Zeit mehren sich die Nachweise in Österreich, wobei auch Tiere im Freiland gefunden wurden. Offenbar handelt es sich um eine in Ausbreitung befindliche Art, bei der die anhaltende klimatische Veränderung wohl zur Arealerweiterung beitragen dürfte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das in Villach gefundene Tierchen vom Freiland durch ein gekipptes Fenster ins Innere des Hauses gelangte.

 

Aussehen/Größe:

Die „Streifenfischchen“ (manche Autoren verwenden die Bezeichnung „Kammfischchen“) werden (ohne Fühler und Anhänge) 11 bis 19(?) mm lang. Auf der beige-bräunlichen Oberseite zeigt die Schuppenzeichnung meist deutlich erkennbare dunkle Punktreihen in der Form von Längsbändern (siehe Abb. 4). Ziemlich einheitlich hell ist die Bauchseite gefärbt (siehe Abb. 5). Sie besitzen sehr lange Fühler und 3 lange Schwanzanhänge (siehe Abb.6). Die Körperlänge des Villacher Streifenfischchens beträgt übrigens 12 mm.

 

 

Abb. 4: Die gepunkteten Längssteifen am Rücken sind deutlich zu sehen. Foto: W. Egger

 

 

Abb. 5: Hier zeigt uns das Streifenfischchen seine helle Bauchseite. Foto: W. Egger

 

 

Abb. 6: Die langen Fühler sowie die drei Schwanzfäden sind gut zu erkennen. Foto: W. Egger

 

Wer sich genauer über die „Fischchen“ informieren möchte, wird im Internet sicher fündig – so z.B. auf der folgenden Seite: http://de.wikipedia.org/wiki/Fischchen

 

Zuletzt noch eine Bitte: Es wäre interessant zu erfahren, wie die derzeitige Verbreitung des Streifenfischchens in Kärnten aussieht. Sollten Sie also das beschriebene Fischchen wahrnehmen, dann würde ich mich über eine entsprechende Mitteilung (nach Möglichkeit mit Foto) sehr freuen.

 

 

Nachtrag vom 13.09.2014

Näheres zum Nachweis in Klagenfurt

 

Herr Günther INDRA übermittelte mir dazu am 08.09.2014 folgende Informationen:

Er hat am 07.10.2012 um 18:23 im Stadtgebiet von Klagenfurt am Wörthersee auf der Unterseite einer Betonbrücke über die Glan (in rund 440 m Seehöhe) ein Streifenfischchen gesehen und fotografiert (siehe Abb. 7). Dort begegnete ihm zudem noch der seltene „Spinnenläufer“ (Scutigera coleoptrata), von dem er ebenfalls ein tolles Foto anfertigen konnte. Auch dieses flinke Wesen ist auf seiner Homepage in der „Naturfotos-Galerie - Insekten, Fliegen etc.“ zu sehen: http://www.indra-g.at/

 

 

Abb. 7: Das Klagenfurter Streifenfischchen. Die Schuppen am Rücken sind schon teilweise abgerieben. Foto: © Günther INDRA

 

Ich darf mich an dieser Stelle bei Herrn Günther INDRA für seine Informationen sowie für die Erlaubnis zur Verwendung der Abbildung ganz herzlich bedanken!

 

 

 

Nachtrag vom 22.06.2015

 Streifenfischchen in Völkermarkt gefunden!

 

 In Kärnten ist ein weiterer Nachweis eines Streifenfischchens gelungen. Am 03.06.2015 sah Frau Roswitha STETSCHNIG in ihrem Wohnort Völkermarkt (Kärnten) ein Streifenfischchen in ihrer Badewanne und fertigte sogleich ein sehr gut gelungenes Foto von diesem seltenen Gast an (siehe Abb. 8). Das Tierchen verblieb zunächst reglos in der Wanne, war aber nach einiger Zeit verschwunden.

 

 

Abb. 8: Das Streifenfischchen (Ctenolepisma lineata) von Völkermarkt in Kärnten. Foto: © Roswitha STETSCHNIG

 

Für die Fundmeldung sowie für die Erlaubnis zur Verwendung des Fotos bedanke ich mich bei Frau Roswitha STETSCHNIG sehr herzlich!

 

 

 

 

Nachtrag vom 02.05.2016

 

 Artikel zur aktuellen Verbreitung des Kamm- bzw. Streifenfischchens in Österreich erschienen:

 

"Zimmermann, K. (2016): Kammfischchen (Ctenolepisma lineata Fabricius, 1775) und weitere synanthrop lebende Lepismatidae (Zygentoma) in Österreich. – inatura - Forschung online, 31: 6 S.; Dornbirn."

 

Sie finden den Artikel auf der folgenden Internet-Seite:

 http://www.inatura.at/forschung-online/ForschOn_2016_031_0001-0006.pdf

 

 

 

Nachtrag vom 11.05.2021

 

Kammfischchen (Ctenolepisma lineata)

am Hühnersberg, Gemeinde Lendorf, Kärnten

nachgewiesen

 

Zu den drei mir bisher in Kärnten bekannt gewordenen Nachweisen eines Kammfischchens (auch „Streifenfischchen“ genannt), gesellt sich nun ein weiterer Fund hinzu.

Am 18.04.2021 bemerkte Herr Michael Egger jun. auf einem Brett, das er zuvor von einem Holzstapel entnommen hatte, ein kleines flinkes Insekt. Dankenswerterweise machte er mich sogleich auf das Tierchen aufmerksam und so konnte ich es zur Bestimmung einfangen. Der Fundort befindet sich unter dem nordseitigen Vordach eines landwirtschaftlichen Nebengebäudes am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) auf 925 m Seehöhe.

 


Abb. 9: In diesem Holzstapel befand sich das Kammfischchen. Wie und wann es dorthin gelangte, bleibt ungeklärt. Foto: W. Egger

 

 

Abb. 10 und 11: Nach Funden in Klagenfurt, Villach und Völkermarkt gibt es nunmehr auch im Bezirk Spittal an der Drau den ersten(?) Nachweis dieses flügellosen Urinsekts. Fotos: W. Egger

 

  

Abb. 11 und 12: Das charakteristische Aussehen eines Kammfischchens. Es unterscheidet sich in Größe, Zeichnung und Färbung doch recht deutlich von den in Innenräumen öfters anzutreffenden Silberfischchen. Fotos: W. Egger

 

 

Abb. 14 und 15: Kammfischchen können laut Literaturangaben bis zu 19 mm groß werden. Das Hühnersberger Exemplar kommt immerhin auf eine Körperlänge von 16 mm. Am rechten Bild ist die Bauchseite des Tierchens zu sehen. Fotos: W. Egger

 

 

Nachtrag vom 15.05.2021

 

Ein weiterer Fund in Oberkärnten gelungen

 

Im Mölltal (Bezirk Spittal/Drau, Kärnten) glückte am 14.05.2021 die Beobachtung eines weiteren Kammfischchens (siehe Abb. 16 und 17). Das Tier befand sich auf der Außenfassade eines Wohnhauses in Kolbnitz, Gemeinde Reißeck auf ca. 630 m Seehöhe.

 


Abb. 16 und 17: Dem Finder und Fotografen ein herzliches Dankeschön für die Information!

 

Möglicherweise ist das Kammfischchen in Kärnten doch weiter verbreitet als gedacht und wurde bisher nur sehr selten gefunden oder wir erleben gerade eine rasche Ausbreitung dieser flugunfähigen Insektenart??

 

 

 

Verfasser: Walter EGGER, Hühnersberg 12/3, 9811 Lendorf; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!