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Spanische Fliege

 

„Spanische Fliege“


am Hühnersberg gefunden

 

Bei der „Spanischen Fliege“ (Lytta vesicatoria) handelt es sich nicht um eine Fliege, sondern um einen Käfer, der zur Familie der Ölkäfer (Meloidae) zählt und ein starkes Reizgift enthält. Schon 0,03 g dieses Giftes sollen für den Menschen tödlich sein.

 

 

Aussehen + Fundort:

Die schlank gebauten Käfer erreichen eine Körperlänge von 9 bis 21 mm, sind zumeist metallisch-grün gefärbt und können einen unangenehmen Geruch verströmen. Das von mir entdeckte Exemplar ist 20 mm lang und weist eine eher metallisch-blaue Färbung auf. Möglicherweise ist diese Farbveränderung von grün auf blau erst nach dem Tod des Tieres (z.B. durch Austrocknung?) aufgetreten? Ich fand die „Spanische Fliege“ am 10.06.2014 tot auf einer Weidefläche am Hühnersberg (Gemeinde Lendorf bei Spittal/Drau, Kärnten) in 930 m Seehöhe (siehe Abb. 1 bis 4).

 

Abb. 1 und 2: Erscheinungsbild (Ober- und Unterseite) der am Hühnersberg gefundenen  „Spanischen Fliege“. Fotos: W. Egger

 

                                    Abb. 3: Der Käfer hat eine Körperlänge von rund 2 cm. Foto: W. Egger

 

 

Abb. 4: Die im Vordergrund des Bildes zu sehende Viehweide war der Fundort des Käfers. In unmittelbarer Nähe steht eine große Esche. Foto: W. Egger

 

Verbreitung + bisherige Nachweise:

Die „Spanische Fliege“ (früher manchmal auch als „Pflasterkäfer“ bezeichnet) ist vor allem im Mittelmeergebiet verbreitet. In Mitteleuropa ist er meist nur selten anzutreffen. Gelegentlich kam es in der Vergangenheit aber auch in unseren Breiten zu einer starken Vermehrung bzw. zu Masseneinflügen(?) dieses Tieres. Dann waren Schäden an seiner beliebtesten Fraßpflanze, der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) nicht ausgeschlossen. In der Folge musste über Jahrzehnte ein Bestandsrückgang verzeichnet werden. In jüngster Zeit soll es in Österreich allerdings wieder zu vermehrten Sichtungen dieser wärmeliebenden Käferart gekommen sein. Ältere Nachweise liegen (mit Ausnahme von Salzburg?) aus allen Bundesländern vor. In Kärnten wurde die „Spanische Fliege“ 1949 und 1954 im Raum Klagenfurt gefunden. Falls jemand Informationen über aktuellere Nachweise hat, wäre ich für eine Mitteilung dankbar (siehe Abb. 5).

 

Abb. 5: Üblicherweise ist die „Spanische Fliege“ metallisch-grün gefärbt. Das rechte (bearbeitete) Bild zeigt in etwa diesen Farbton. Foto: W. Egger

 

Giftwirkung:

Berühmt-berüchtigt sind die Käfer vor allem wegen ihres Giftes. Es handelt sich um das starke Reizgift „Cantharidin“. Bei Gefahr pressen sie aus verschiedenen Körperregionen (z.B. den Beingelenken) eine gelbliche, stark gifthaltige Flüssigkeit aus, die bei Berührung hautreizend/blasenbildend wirkt. Schon im Altertum und besonders im Mittelalter wurde das Gift des Käfers für medizinische Zwecke (z.B. als Bestandteil von „Zugsalben“ – daher wohl der Name „Pflasterkäfer“) und als Potenzmittel genützt. Aber auch bei Mordanschlägen und sogar als Tötungsgift bei Hinrichtungen fand es Verwendung. Immerhin reichen bereits etwa 0,03 Gramm aus, um einen Menschen ins Jenseits zu befördern. Da selbst sehr geringe Mengen das Zentralnervensystem, Nieren, Leber usw. schädigen können, wird der Wirkstoff heutzutage nur mehr in homöopathischen Dosen verabreicht.

 

Sehr spannend ist übrigens auch die komplizierte mehrjährige Entwicklung dieses Ölkäfers. Die Larven wachsen nämlich als Parasiten in den Nestern von Wildbienen heran.

 

Weitere Informationen zur „Spanischen Fliege“ finden Sie im Internet u.a. auf der folgenden Seite:

http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Fliege

 

Verfasser: Walter EGGER, Hühnersberg 12/2, 9811 Lendorf; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!